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Auszeit/Sabbatical
Vergessene Träume
Irgendwann trifft es jeden. So auch dich. Du stehst mitten in deinem Leben, gemessen an der zurückliegenden als auch der noch verbleibenden Lebenszeit. Gedanklich machst du eine Inventur des Erreichten, denkst über die Familie, die Kinder, die Ehe, deine Karriere - also dein bisheriges Dasein nach. Tabula Rasa des Lebens.
Nach dieser Bestandsaufnahme gehst du weiter in deinem Innern und kommst schließlich an eine Box mit Träumen, die du vor langer, langer Zeit zur späteren Abholung ganz weit hinten abgestellt hast. Wahrscheinlich hast du sie lange nicht mehr angeschaut, ja - Dich nicht einmal mehr an ihre Existenz erinnert. Doch nun stehst du vor ihr und öffnest sie. Die Wünsche und Träume deiner Kindheit, die Ideale Deiner Studentenzeit fliegen dir entgegen.
Kassensturz der Träume, Soll - Haben, nach dieser einfachen buchhalterischen Regel kannst Du jetzt vergleichen. Du blickst auf vieles zurück, was Dich stolz macht. Du schaust jedoch auch auf vieles, was gemäß den frühen Wünschen deines Lebens noch vor dir liegen müsste, was du bisher noch nicht auf dem Gabentisch des Lebens abgeholt hast.
Du kannst jetzt so tun, als wäre siese Entdeckung nur ein nächtlicher Traum gewesen, den du am Morgen schon wieder vergessen hast.
Oder Du packst es endlich an. In dir reifen Pläne, die diese Träume zum Leben erwecken werden. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür.
Das Zollstock-Gleichnis
Die ersten 20 Zentimeter sind Kindheit und Jugend, in der du selbst nur eingeschränkt dein Leben selbst gestaltest. Hier erwachen die meisten deiner Träume.
Die Jahre zwischen 20 und 65 sind angefüllt von Familie, Arbeitsleben, Hausbau und Weitergabe von Werten an die nächste Generation, insbesondere an die eigenen Kinder.
Ab 65 bleibt dann Zeit für alles, was zwischen 0 und 20 Jahren an Träumen gewachsen ist. Es hat lange warten müssen. Hoffentlich kann man sich in diesem Lebensabschnitt noch einen teil der Wünsche erfüllen. Hoffentlich ist man noch da. Hoffentlich ist man gesund. 45 Jahre! So lange musste man noch nicht mal in der DDR auf einen Trabbi warten!
Was spricht also dagegen, zwischen 20 und 65 gelegentlich zu leben? Ohne Druck und Verpflichtungen. So wie es Kinder tun?
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