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Von Elba nach Korsika (2007)

Geschrieben von Claudia

Napolean Bonaparte Für unseren allerersten Segeltörn auf einer Segel-Yacht mieten wir uns mittels der sogenannten Kojencharter ein. Wir bestellen also eine Zwei-Kojen-Kabine auf einer Vier-Kabinen-Yacht. Mit Skipper. Der gehört dann sozusagen zum Schiff. Und wir schauen mal, mit welchen weiteren uns noch unbekannten Mitreisenden wir eine Woche lang dieses schaukelnde und enge Zuhause teilen werden. Das sehen wir dann beim Start des Törns. Werden wir enttäuscht werden?

Nach einer langen Autofahrt aus Deutschland treffen wir etwas übernächtigt bereits um 14:00 Uhr am Stützpunkt des Segelclubs Elba ein (siehe auch Wie komme ich nach Elba, Fähre etc.). Unseren PKW stellen wir auf einem Parkplatz direkt am Meer unweit des Segelclubs ab. Wir sind die ersten Chartergäste für unser Boot, die Antares. Die Anderen und der Skipper sind noch nicht da.

Ankunft auf Elba

Ankunft auf Elba

Als der Skipper auftaucht, hilft er uns beim Übersetzen unseres Gepäcks auf die Yacht (Beneteau Oceanis 430), welche an einer Boje liegt und mit einem kleinen Motorkahn angefahren wird. Später trifft ein weiteres Crewmitglied ein: Franziska, eine emanzipierte Dame in unserem Alter. Mit dem Skipper sind wir jetzt schon zu viert; es fehlt nur noch ein Pärchen für die letzte verbliebene Kabine.

Hafen von Porteferraio

Hafen von Porteferraio

Es ist Samstag Nachmittag und gegen 17:00 Uhr entschließen wir uns, ohne die zwei Fehlenden schon mal unseren Wochenvorrat an Lebensmitteln im Supermarkt einzukaufen. Da trifft es sich gut, dass wir mit unserem PKW vor Ort sind.

Es wird dunkel und es wird Nacht. Von dem noch fehlenden Pärchen, welches die letzte freie Doppelkabine füllen soll, fehlt noch jede Nachricht. Wir sind müde und gehen ins Bett - 'tschuldigung - "in die Koje".

Blick auf Porteferraio

Blick auf Porteferraio

Am nächsten Morgen ist der Skipper schon früh auf. Er hat bereits Kaffee gekocht und sitzt mit einer Zigarette im Cockpit. "Die anderen beiden sind mitten in der Nacht gekommen" erzählt er. "Ich glaub', die sind gut" freut er sich weiter und meint damit, dass unser Team wohl recht gut zusammenpasst.

Und so ist unsere Crew jetzt komplett: Lothar (Skipper), Ingo, Constance, Franziska, Thomas und Claudia.

Constanze und Ingo - die beiden Spätankömmlinge stellen sich später auch noch vor - nachdem sie das nötigste Mützlein Schlaf bekommen konnten. - Uns scheint auch, dass wir es mit der Crew und der Kojencharterei doch sehr passabel erwischt haben. - Kann jetzt los geh'n - Leinen los!

Thomas

Thomas

Skipper Lothar

Skipper Lothar

Also starten wir vom Bojenfeld in Magazzini. Dort befindet sich der Segelclub Elba und auch deren Yachten. Magazzini ist eine Art Stadtteil von Portoferraio, der Hauptstadt von Elba. Unser erster Hafen ist Capraia, ein kleines Inselchen nördlich von Elba. Von dort fahren wir am nächsten Morgen weiter nach Macinaggio, einem schönen kleinen Ort auf Korsika. Auf der Fahrt hatten wir schon einiges an Wellen von der Seite. Da wir wegen Windmangels (bzw. Wind von vorn und Zeitmangel) einen Großteil der Strecke unter Motor fuhren, "rollte" das Schiff. Dies ist für noch-nicht-Seebären keine so feine Sache und so ergab es sich, dass ich an diesen Tag nicht mehr so gerne denke ...
 

Hafen Macinaggio 1 Hafen Macinaggio 2 Leuchtturm von Bastia

Im Hafen von Macinaggio (Korsika)

Ganz rechts: Leuchtturm von Bastia

Der nächste Tag wird wegen Sturmwarnung ein schöner Hafentag, was mir recht gut gefällt. In Macinaggio und Umgebung kann man wunderbar spazierengehen und ich versöhne mich so wieder mit meinem Magen.

Wir bleiben noch einen weiteren Tag auf Korsika, jedoch wechseln wir für die kommende Nacht in den pitoresken Stadthafen von Bastia. Da haben wir gerade noch mal Glück, überhaupt einen freien Liegeplatz zu bekommen. - Klar, dass wir diesen vorbestellt haben.

Claudia und Thomas
Am darauffolgenden Morgen legen wir wieder in Richtung Elba ab. Diesmal haben wir vor, die kommende Nacht in einer der wunderbaren Buchten an der Südseite von Elba zu verbringen. Wind und Wetter lassen das zu und unser Anker fällt am Nachmittag an der Südseite von Elba in der Bucht mit dem Namen Golfo Stella (das ist die nächste Bucht östlich vom Golfo della Lancona).

Diese Tour Elba war super schön und wir haben sehr viel gelernt von unserem Skipper Lothar, der wunderbar mit Menschen und Yachten umgehen kann und ein toller Lehrer ist mit viel Geduld und Ruhe.

Wir hatten sehr viel Glück und haben super Leute kennen gelernt. Daraus ist eine Seglerfreundschaft entstanden und wir sind auch zusammen ein Jahr später den Törn Rund Mallorca 2008 gesegelt.

Nach dieser Segelwoche hatten wir noch ein paar Tage auf Elba. Wir kauften uns kurzerhand ein kleines Iglu-Zelt und eine Luftmatratze, informierten uns im Touristenbüro in Portoferraio über die Campingplätze auf Elba und landeten schließlich auf dem AquaViva unweit von Portoferraio. Dort hat es und sehr gut gefallen, wir konnten die Insel noch ein wenig erkunden und fuhren anschließend mit wunderbar neuen Eindrücken sehr zufrieden wieder nach Hause.

Napoleon, Elba und Waterloo

Nach dem verlorenen Rußlandfeldzug wurde Napoleon die Insel Elba als unfreiwilliger Wohnsitz zugewiesen, wo er Anfang Mai 1814 anlandete. Jedoch bereits zehn Monate später, im März 1815, verließ er Elba und die Herrschaft der hundert Tage begann. Diese hundert Tage endeten in der Schlacht bei Waterloo, der letztendlich völligen Niederlage Napoleons. Der einstige große Feldherr ging in die Verbannung auf die Insel St. Helena im Atlantischen Ozean, von der er keine Möglichkeit hatte, zurückzukommen und auf der er schließlich 1821 starb. „Schlacht von Waterloo“ - Gemälde von William Sadler (1782 - 1839) „Schlacht von Waterloo“ - Gemälde von William Sadler (1782 - 1839)

 
Blick Napoleons auf seinen Garten (Portoferraio) Leuchtturm, Portoferraio

Der prächtige Leuchtturm von Portoferraio

Napoleons Garten

Blick Napoleons auf seinen Garten (Portoferraio)

Blick aus Napoleon's Garten

Hier ein paar Tipps zur Anreise nach Elba    Geschrieben von Thomas

Fähre

Karte Umgebung Elba Ausgangshäfen am Festland können Livorno oder Piombino sein. Die Fahrt von Livorno nach Porteferraio dauert ca. drei Stunden, von Piombino nur etwa eine Stunde.

Von Piombino verkehren die Fähren in der Hauptsaison fast stündlich nach Elba. Kosten ca. 50-70 € und 10-15 € je weiterer Person. Auf Elba werden folgende Häfen angefahren: Portoferraio, Porto Azzurro und Rio Marina.

Die beiden Fährgesellschaften sind Moby Lines (www.mobylines.de) und Toremar (www.toremar.it), wobei Toremar preislich etwas günstiger ist, insbesondere außerhalb der Hauptreisezeiten (bis Mai und ab September).

Den kompletten Fährplan gibt es hier: orari.elbalink.it.

In den Hauptreisezeiten ist eine Früh-Buchung von zu Hause aus sehr ratsam, sonst kann es längere Wartezeiten am Fährparkplatz geben. Bei den Fähren gibt es übrigens auch Frühbucherrabatte. Für Personen, die ohne PKW anreisen, ist keine Reservierung nötig.

Ebenfalls gespart werden kann bei Anreisetagen von Montag bis Donnerstag.

Anreise mit dem Flugzeug

Direktflüge nach Elba (Elba verfügt bei Marina di Campo über einen kleinen Flughafen)
Alternativ empfiehlt sich der Internationale Flughafen von Pisa, für den es auch recht günstige Angebote gibt:

Mit dem Zug von Pisa nach Piombino

Von Pisa geht's dann mit dem Zug nach Piombino Marittima (Fahrplan: www.trenitalia.com/en/index.html). Fahrzeit ca. 2 Stunden. Der Anreisebahnhof Piombino Marittima liegt direkt am Fährhafen.

Viel Spaß auf Elba! - Thomas

Letzte Aktualisierung ( Januar 2011 )
 
 

 

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