|
Praktische Ausbildung und Prüfung SKS Geschrieben von Thomas
Die Vorbereitung
Unser Törn startet am Samstag, den 09.Dezember 2007 abends bis zum darauffolgenden Samstag Morgen.
Auf den kurzen Strecken - also zwischen Teneriffa und La Gomera - ist Zeit, um den Umgang mit dem Schiff für die SKS-Prüfung zu üben. Es kommt jeder dran - auch die Mitsegler, die den Schein schon haben bzw. die Prüfung gar nicht ablegen wollen. So macht es allen Spaß. Insbesondere wird das Boje-über-Bord-Manöver mit Q-Wende durchgeführt. Einmal bei relativ viel Wind und einmal war Äolus nur ganz schwach. So haben wir auch diese Szenarien bei unterschiedlichen Wettervoraussetzungen üben können.
Wichtig ist ebenfalls die Kommando-Sprache. Darauf wird in der Prüfung viel Wert gelegt, betont Frank. Also gibt er uns eine Liste mit Kommandos, die ich mir schön auswendig in den Kopf hämmere.
Am Freitag, dem Prüfungstermin, kommen noch zwei weitere Prüflinge von anderen Schiffen speziell für diese Prüfung zu uns an Bord.
Damit alles richtig sitzt und sich insbesondere die beiden "Neuen" auch auf das Schiff einstellen können, üben wir die geforderten Manöver am Vormittag noch einmal (noch ohne Anwesenheit des Prüfers natürlich).
Welche Punkte auf dem Prüfprogramm stehen, geht aus diesem SKS-Prüfungs-Protokoll recht gut hervor.
Die SKS-Prüfung
Die Prüfung selbst findet am Mittag des letzten Tages (also am Freitag) vor dem Hafen von Puerto de Mogan statt. Dazu wird ein Prüfer an Bord genommen, der unsere Leistungen begutachtete.
Bevor es dann zur Prüfung der Manöver geht, werden "Sonstige Aufgaben" abgeprüft. Das sind einige Fragen zum Schiff, dem Verhalten vor dem Starten usw.. Auch Knoten müssen gezeigt werden. Eine Aufgabe zur terrestrischen Navigation ist ebenfalls zu lösen (Stoff SBF-See).
Die Manöver werden unter Motor und Segel gefahren. Für alle Manöver werden bis zu zwei Versuche gewährt. Das ist gut so, denn wird beim "Boje-über-Bord" die Boje nicht erwischt, dann gilt das komplete Manöver als nicht erfolgreich.
Während der Manöver steht der Prüfling ausschließlich am Steuer und gibt Kommandos.
Die Crew ist an den Leinen, im Ausguck, am Bootshaken usw.. An dieser Stelle möchte ich hervorheben, wie toll unsere komplette Crew für uns bei der Prüfung mitgearbeitet hatte. Sie waren ja selbst keinen SKS-Prüflinge, sondern "nur" Mitsegler.
Nach der erfolgreichen Prüfung bekomme ich sofort die sogenannte "grüne Prüfungstüte", ein DIN C5 Umschlag, welcher das Ergebnis der praktischen SKS-Prüfung enthält und zur SKS-Theorie-Prüfung mitgebracht werden muss. Exakt ein Jahr später, nach bestandener Theorie kann ich damit sofort meinen SKS-Füherschein mit nach Hause nehmen.
Wozu braucht man denn nun den SKS-Schein?
Berechtigte Frage. Habt Ihr ein eigenes Boot, dann braucht Ihr diesen Schein theoretisch überhaupt nicht, da Ihr mit keinen Vercharterer zu tun habt. Vercharterer verlangen oft diesen Schein als Befähigungsnachweis, obwohl offiziell der SBF-See ausreichen müßte. Jedoch beweist der SBF-See noch nicht, dass Ihr auch Segeln könnt, sondern nur, dass Ihr unter Antriebsmaschine mit mehr als fünf PS ein Boot führen dürft. Für den Segel-Teil gibt es wiederum den SBF-Binnen unter Segel und Motor. Viele Bootsbesitzer machen den SKS dennoch; er zwingt sie dazu, dieses notwendige Wissen tatsächlich zu erlernen. Denn wissen und können müssen wir Meeres-Segler den SKS-Stoff letztlich alle.
Achso, noch am Rande: ab 2010 hat der Gesetzgeber beschlossen, dass man zum Führen einer Yacht mit Funkgerät ein Funkzeugnis benötigt (also ein weiterer "Schein"). Dieses erhaltet Ihr ebenfalls durch Ablegen einer Prüfung. Ich selbst habe den sogenanten SRC (Short Range Certificate). Es geht aber auch das LRC (Long Range Certificate), nur ist dieses meines Wissens aufwendiger und das SRC reicht üblicherweise aus. - Wir leben offensichtlich in "Scheinwelt".
Allen, die den SKS machen wollen, wünsche ich: Viel Erfolg! - Thomas
|