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2c. Mitteldalmatien
Die dicke Insel Brac
Niemals würde ich jemand beleidigen wollen, schon gar nicht, wenn er (besser: sie) so schön ist wie die Insel Brac. Das sie die Dicke genannt wird, hebt sie lediglich ab von ihrer Schwesterinsel Hvar ab, die wiederum die Lange ist und von uns später besucht werden wird.
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Blick auf den Ort Splitska. Im Hintergrund das Festland mit der Makarska Riviera und Omiš
Um die Insel kennen zu lernen, mieten wir uns einen PKW. Den gibt es nicht an unserem Standort in Milna, sondern in Supetar, was achtzehn Kilometer entfernt ist. Der prima Service der Autovermietung holt uns direkt am Liegeplatz unseres Schiffes ab, um mit uns nach Supetar zu fahren. Borko Martic, der Chef fährt uns persönlich. Und er erzählt. Er erzählt mit Liebe von seiner Insel, von Brac. Von den teilweise entvölkerten Dörfern, wie Ložišca. Eine Krankheit der Weinreben zerstörte die Existenzgrundlage der Bauern. Viele der Betroffenen wanderten damals nach Südamerika aus. Heute leben die Menschen meist vom Tourismus. Wie er selbst auch. Im Winter ist er nicht auf Brac. Dann ist er in ganz Deutschland unterwegs um Gebrauchtwagen aufzukaufen, die er in den Süden bringt. Seine Frau ist auch aus Deutschland, aus Karben. Hey, das ist bei uns um die Ecke. So ein Zufall! Beim Plaudern vergeht die Fahrt wie im Flug und am Stützpunkt in Supetar angekommen zeigt er uns die verfügbaren Autos und fragt: "Which one do you want?" – Natürlich das kleine rote Cabrio!
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Rotes Tuch - Rotes Auto: beide "oben ohne"
Ich schicke Euch auch gleich vorweg, dass wir bereits beim Leihen des Autos einen Fehler begangen haben: nur einen einzigen Tag zu mieten. Brac ist viel zu groß, als dass alles an einem Tag abgehetzt werden könnte. Doch morgen ist der Termin für unsere Schiffsreparatur und so sehen wir uns heute so viel als möglich von dieser wunderbaren Insel an.
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Die Dächer des römischen Kastells in Škrip schauen aus wie mit Schnee bedeckt. Es ist die hier oft übliche weiße Kalkung der Dächer.
Die Straße windet sich mühsam um die Insel. In Škrip werden wir von einer älteren Frau angesprochen, die ganz gerne hätte, dass wir zur ihr zur Weinprobe kommen. Nein, daran seien wir nicht interessiert. Sie habe aber auch gute Aperitifs, alles aus eigener Herstellung. Und Olivenöl. Hier wird Claudia hellhörig. Das interessiert sie, da ihr das Olivenöl direkt aus der Herstellung immer besser schmeckt als vom Supermarkt. Wir versprechen ihr also, nach der unseren Besichtigungen hier im Ort bei ihr vorbeizuschauen. Es ist uns natürlich klar, dass wir bei einer so persönlichen Einladung mit großer Sicherheit etwas kaufen werden, Probe hin oder her. Auf unserem Rückweg durchs Dörflein wartet die Frau auch bereits an der Straße. Oder sie will uns abfangen, was ich für die wahre Ursache ihres Wartens an dieser Stelle der Straße halte. Nicht, dass wir ihr als Kunden verlorengingen! Sie winkt uns in eine dunkle, etwas muffige Scheune oder umgenutzte Stallung. Nach einigen Erläuterungen und Vorzeigereien ihrer natürlichen Produkte werden wir uns dann auch handelseinig, nehmen Olivenöl und eine große Flasche eines Obstaperitifs und sind sehr zufrieden damit. Wie wir bei der Konversation (alles?) verstehen konnten, ist uns nicht erklärbar. Die Frau konnte kein Wort außer kroatisch. Und wir können viele Wörter - außer kroatisch. Trotzdem hat es funktioniert.
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Blick auf die Stadt Pucišca, nahe dem größten Steinbruch auf Brac
Die Insel hat sich weltweit einen großen Namen durch ihren marmorähnlichen Kalkstein gemacht, mit dem prominente Gebäude in aller Welt erschaffen wurden, so der Diokletianspalast in Split, unser
Reichstagsgebäude in Berlin, das Wiener Rathaus und auch das Weiße Haus in Washington. Im Steinbruch von Pucišca, wo die größte Abbaustelle der Insel liegt, schlafen riesige quaderförmige Steinblöcke und warten auf ihren Abtransport. Es ist Freitag Nachmittag und ich habe mich aufs Gelände gemogelt. Ich spaziere zwischen den stattlichen Giganten, wohl darauf achtend, sie nicht versehentlich aus ihrem Schlaf zu holen. Diese Kolosse erwecken ungeheure Ehrfurcht in mir. Unter der steilen Schnittkante am Berg steigt in mir eine beinah überwältigende Demut auf.
Fast möchte ich die Arme schützend über mich halten, was freilich nichts nützen würde.
Enorm, was Maschinen, von Menschen gebaute Stahlmonstrums, zu tun vermögen. Respektvoll verlasse ich diesen Ort wieder.
Brać kann sich zudem rühmen, den höchsten Berg aller dalmatinischen Inseln zu besitzen, den Vidova gora mit 778 Metern. Das berühmte goldene Horn übrigens, der Sandstrand von Brac, von dem keiner so genau weiß, ob dessen "goldene Nase" nun links oder rechts herum zeigt, wollte sich uns nicht im Sonnenlicht präsentieren. An diesem 29. Tag erleben wir zum ersten Mal in unserer inzwischen vier Wochen langen Reise, dass es hier im Inselparadies Kroatien auch Tage ohne durchgängig strahlende Sonne gibt. Na so was!
| Für Skipper | |
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Naja, dies hier eher für Autoskipper (Rent a Car in Supetar): Der PKW hat 320,- Kuna am Tag gekostet (wir mieteten das Fahrzeug nur für einen einzigen Tag). Abholen + Zurückschaffen nach Milna jeweils 150,- Kuna, was für einen Fahrt von jeweils ca. 45 Minuten Serpentinen sicher nicht zuviel ist. Die Autovermietung "MB" von Borko Martic in Supetar (Tel. 021 - 630 - 709) bietet auch ältere Modelle an. Auf diese Weise ist es möglich, für relativ wenig Geld ein Cabrio oder ähnliches zu fahren.
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In der Marina Milna auf Brac haben wir für unsere 9,30 Meter lange Cleo den Tarif für ein 9 Meter Schiff bezahlt (40,- Euro pro Nacht). üblich, mit Ausnahme von Trogir, war bisher die Berechnung von 10 Metern. Aufrunden scheint normal zu sein? - Jedenfalls haben wir den 9-Meter-Preis auch nur bekommen, weil die Sanitäranlagen in Milna so schlecht sind, dass meine Frau sich beschwert hatte. Den ersten Tag duschte sie kalt, weil der Boiler nur für zwei Mal Duschen Wasser hatte. Den zweiten Tag war es zu heiß und ließ sich nicht wegregeln. Beim mir war's ähnlich. Neue Sanitäranlagen sind erst im Bau. Die angebotetenen zwei Toiletten + zwei Duschen und ein einziger Spiegel ohne Steckdose sind für 144 Liegeplätze doch zu wenig.
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Video auf DVD: http://www.segelfilmer.de/Shop/Adriakueste.html
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